EIN FILM VON JEN KRAUSE

Emotionen sind zentraler Bestandteil unseres Lebens und beeinflussen das Handeln und Denken jedes einzelnen Menschen. Ein Leben ohne Emotionen wäre kalt, unsozial und bedeutungslos. Emotionen können das Leben erschweren, machen es aber erst lebenswert und menschlich.
In welchem Zusammenhang die Kreativität mit den einzelnen Emotionen steht, ist ein gegenwärtig umstrittenes Thema. Kreatives Arbeiten lässt sich durch verschiedene Emotionen steuern und spielt in den Gebieten des ästhetisch-künstlerischen Bereichs eine Rolle. Jeder kann kreativ sein, egal ob Putzfrau, Manager oder Musiker. In welchem Kontext stehen also kreative Menschen mit ihren Emotionen? Die Frage stellt sich, ob künstlerisch tätige Menschen mit häufigen Gefühlsschwankungen (Depression, Trauer) kreativer sind als solche, die eher zu positiven Emotionen (Zufriedenheit, Glücklich sein) neigen.

Der Dokumentarfilm „Emotionale Geschöpfe“ zeigt ein freies Experiment über die Auswirkung von negativen Emotionen auf die kreative Leistung von Künstlern in den Bereichen Musik, Tanz und Kunst. Künstlerisch tätige Menschen eignen sich hervorragend für den Film, da sich ihre Kreativität durch ein sofortiges Ergebnis festhalten lässt. Die Probanden sollen zuerst in einem Interview über ihre Erfahrungen mit negativen Emotionen und dem dadurch bedingten Verhältnis zu Kreativität sprechen. Die Fragen (Anhang A) sind über die Person selbst und gehen gezielt auf die Empfindungen ihrer Kreativität ein. Ebenso wird nach dem Umgang sie mit krisenhaften Situationen in ihrem Leben und der daraus entstehenden Energie für neues Schaffen gefragt. Daraufhin wird im ersten Versuch ihr Können dokumentiert und nach einigen Minuten abgebrochen. Zum Beispiel tanzt der Tänzer mit positiv beeinflusster Stimmung. Anschließend werden die unterschiedlichen Künstler durch das Anschauen von Videos mit negativen Emotionen konfrontiert und zeigen danach ihr Können erneut. Während die Teilnehmer das Video anschauen werden, sie weiter gefilmt und mit Licht bestrahlt. Das soll zusätzlich zur negativen Provokation helfen. Danach sollen sie an ihre „begonnene“ Kreativität anknüpfen und im besten Fall ein neues Level erreichen. Die Videos enthalten die Themen Krieg (Syrien, Bomben), Trauer (Krankheitsfall, weinende Personen, Magersucht) und Zerstörung (Abschlachtung von Tieren, Ölkatastrophe). Der negative Inhalt des Videos erscheint täglich in den Nachrichten und beinhaltet die Realität unserer Welt. Zusätzlich zu den bewegten Bildern im Video tauchten einzelne Aufnahmen von Obdachlosen, kranken Tieren und Kindern im Krieg auf und der Song „Everybody Hurts“ von R.E.M sollte zusätzlich Traurigkeit implizieren.
Text von Jen Krause

TEAM
KAMERAASSISTENT: Joana Kielhorn
SET-PHOTOGRAPHER: Janina Wagner
PRODUCTION MANAGER: Sil-Yan Bori
SOUND MIXER: Alexander Krause
INTERVIEW: Oliver Dose
RUNNER: Oliver Dose
SPECIAL THANKS TO: Jens Krause, Manfred Piepho, Simon Ohm

DOCUMENTARY

EMOTIONALE GESCHÖPFE